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Ausgedieselt: Die Vereinte Energiegenossenschaft mit neuer Lösung für die E-Mobilität
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05.08.2020
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Elektrobusse sind ein wichtiger strategischer Baustein auf dem Weg in eine nachhaltige Gesellschaft. 50 Prozent der Stadtbusse sollen bis 2030 elektrisch fahren. Die Bundesregierung fördert diesen Ausbau mit Subventionen. Auch die Vereinte Energiegenossenschaft eG (VEG) will ihren Beitrag dazu leisten.

Die Verkehrswende ist in vollem Gange. Viele Unternehmen arbeiten daran, Fahrzeuge, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, durch elektrisch betriebene Fahrzeuge zu ersetzen. Die umwelt- und klimafreundliche Elektromobilität sorgt für eine Senkung vom Ausstoß von Treibhausgasen und Schadstoffen im Straßenverkehr. Besonders in Ballungsgebieten wird die Luftqualität verbessert und die Lärmbelästigung gemindert.

Die Automobilbranche ist daher im Umbruch begriffen. Dieser Umbruch wird vor allem in den Kosten für Forschung und Entwicklung deutlich. So wurden 2013 noch insgesamt 31 Milliarden Euro weltweit in diesem Bereich investiert; 2017 waren es bereits 43 Milliarden Euro. Grund ist die Entwicklung hin zu Elektromobilität.

Der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) soll auf Elektrobusse umgerüstet werden

Die Elektromobilität ist ein wichtiger Baustein in der Strategie, Deutschlands Wirtschaft auf Nachhaltigkeit zu trimmen und damit letztlich auch die Klimaziele des Pariser Abkommens bis 2050 zu erreichen. Außerdem soll sie für saubere Großstädte sorgen – ein Thema, das zuletzt wegen der Feinstoffbelastung durch Dieselfahrzeuge in den Fokus geraten war.

Aus diesem Grund soll die Elektromobilität auch im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) Fahrt aufnehmen. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorhaben. Am 6. Februar 2019 hielt Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), eine Rede auf der 10. Konferenz des Verbands deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und unterstrich dabei die Wichtigkeit der Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr.

„Wir sollten uns das Ziel setzen, innerhalb der nächsten zehn Jahre unsere Busflotten im ÖPNV komplett zu elektrifizieren.“ 

 

Jochen Flasbarth, Staatssekretär im BMU

Lange Lieferzeiten und hohe Anschaffungskosten für Elektrobusse

Deutsche und auch europäische Großstädte haben sich verpflichtet, den Maßgaben der Politik zu folgen und innerhalb der nächsten zehn Jahre nur noch Elektrobusse für den ÖPNV einzusetzen. Aktuell sind 55.000 Dieselbusse im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. Das Potenzial ist damit riesig. Das ist ein ambitioniertes Ziel. Wie sieht die Entwicklung ein Jahr später aus? Nach Angaben des VDV steigt die Anzahl der im ÖPNV eingesetzten, batteriebetriebenen Elektrobusse kontinuierlich. Auch Technik und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge werde immer besser. Aktuell sind auf deutschen Straßen laut Schätzungen etwa 400 Elektrobusse im Auftrag des öffentlichen Nahverkehrs unterwegs. Bis Jahresende sollen es 1.000 werden, so der VDV.

Doch große Herausforderungen bestünden nach wie vor bei Finanzierung und Infrastruktur der Elektrobusflotte. So sind Elektrobusse noch immer deutlich teurer als Dieselbusse. VDV-Präsident Ingo Wortmann beschreibt das Problem wie folgt:

„Die Verkehrsunternehmen elektrifizieren ihre Busflotten weiter und investieren in den Umbau der Betriebshöfe und Werkstätten. Erfreulich ist, dass die Elektrobusse immer besser und zuverlässiger werden. Trotzdem sind sie noch deutlich teurer als ein moderner Euro-6-Dieselbus, und auch in Sachen Reichweite müssen die E-Busse noch zulegen. Für einen stabilen städtischen Linienbusbetrieb brauchen wir mindestens 250 Kilometer, aktuell schaffen die Elektrobusse nur 150 bis maximal 250.“ 

 

VDV-Präsident Ingo Wortmann

Zu den hohen Anschaffungskosten eines Elektrobusses kommen derzeit auch noch Lieferengpässe bei den Herstellern. Der stark steigende Bedarf sorgt dafür, dass sie mit der Herstellung nicht hinterherkommen, da viele Städte und Gemeinden ihren Nahverkehr gerne elektrifizieren wollen und müssen.

Vereinte Energiegenossenschaft eG (VEG) rüstet alte Dieselbusse zu Elektrobussen um

Genau hier setzt die Vereinte Energiegenossenschaft eG (VEG) an. Die Genossenschaft aus Hamburg hat sich der Förderung der Energieeffizienz, Erneuerbaren Energien und Energiespeichermöglichkeiten verschrieben. Die VEG investiert unter anderem in diverse Blockheizkraftwerke und bietet einen eigenen Ökostromtarif an. So will die VEG die Energiewende aktiv mitgestalten.

Ein neues Tätigkeitsfeld der VEG ist die Umrüstung alter Dieselbusse zu Elektrobussen. Hierzu hat die VEG bereits in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern erste Schritte eingeleitet. Einer der Partner ist die I SEE Mobility GmbH. Der Spezialist für die Umrüstung von herkömmlichen Dieselbussen auf Elektrobusse hat im ersten Schritt ein Elektrifizierungs-KIT für MAN-Busse entwickelt. Die Umrüstung kann so von verschiedenen spezialisierten Werkstätten gestaltet werden. Das Ergebnis kann sich allemal sehen lassen.

Elektrobus der VEG

In jedem Bus werden sechs Batteriepacks von der Webasto Group eingebaut, das entspricht 210 kW/h bzw. einer Reichweite von ca. 200 - 300 Kilometern. Damit Elektrobusse für den ÖPNV interessant werden, müssen sie mindestens eine Reichweite von 250 Kilometern erreichen. Die verbauten Batterien garantieren mehr als 6 Millionen Kilometer Ladezyklen und errreichen innerhalb von einer Stunde 80 Prozent des vollständigen Ladevolumens. Die Bauart der Batteriepacks ist besonders platzsparend entwickelt, sodass bis zu zehn Packs stapelbar sind.

Ergänzend hierzu dient ein OnBoard Charger der Firma Brusa, der sich mit 800 Volt aufladen lässt. Der Kompressor mit einer Lenkhilfe von Moteg GmbH kann durch sein kompaktes Design und sein geringes Gewicht frei im Bus platziert werden. Er bietet weiterhin eine ruhige Laufleistung und ist durch die Verwendung weniger Bauteile kosteneffizient.

Eine große Herausforderung ist das Reengineering der elektronischen Kommunikation im Fahrzeug. Durch die Demontage des Dieselmotors fehlt es dem Bus an Kommunikation zwischen dem Cockpit und dem Motor. Es kommt, sinnbildlich, zu Phantomschmerzen des Busses. Um diese zu finden, hat I SEE eine Software entwickelt, die auf alle einzubauenden Komponenten des KITs abgestimmt ist.

Nach erfolgreicher Umrüstung sollen die umgerüsteten Busse an öffentliche Nahverkehrsbetriebe verleast werden. Das entbindet viele Städte und Gemeinden von hohen Anschaffungskosten und langen Lieferzeiten. Das passt auch perfekt ins Nachhaltigkeitskonzept des VEG-Vorstands Marc Banasiak, der mit der Genossenschaft „positive Entwicklungen anstoßen“ möchte.

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