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Ausgespart: Wie bewusstes Investieren der steigenden Inflationsrate entgegenwirkt
Schwerpunktthema

15.06.2021
Straußenfarm

Ein wichtiges Thema dominiert die Medien derzeit: Die Inflation ist zurück. Im Mai lag die Inflationsrate in Deutschland mit 2,5 Prozent so hoch wie zuletzt 2011. Die Bundesbank erwartet im Herbst sogar eine Rate von vier Prozent. Was hat es mit der Inflation auf sich und wie können Privatpersonen ihr Geld davor schützen? Auf keinen Fall, indem sie wie ein Strauß den Kopf in den Sand stecken. 

Beginnen wir mit einer Definition: Was bedeutet die Inflationsrate eigentlich? Die synonym verwendeten Begriffe der Preissteigerungs- oder Teuerungsrate drücken es anschaulicher aus: Es geht um den prozentualen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen, und eben nicht einzelner Produkte, sondern übergreifend. Auskunft darüber geben Indizes wie der Verbraucherpreisindex. Die Preise eines repräsentativen Warenkorbs, der sowohl Dinge des täglichen Bedarfs als auch Artikel beinhaltet, die nur sporadisch erworben werden wie ein neuer Fernseher, werden regelmäßig verglichen. Dadurch lässt sich ableiten, wie die Lebenshaltungskosten sich entwickeln. Wenn Sie für den Inhalt des Warenkorbes nun stetig mehr bezahlen müssen, wird deutlich: Ihr Geld verfügt über weniger Kaufkraft und somit weniger Wert. 

Dieser Effekt verstärkt sich derzeit auffallend und ist konkret spürbar. Lag die Inflationsrate 2020 bei 1,5 Prozent, waren es im Mai 2021 bereits 2,5 Prozent. Das ist der höchste Stand seit zehn Jahren – und Expertenmeinungen zufolge erst der Anfang der Fahnenstange. Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, spricht in einem brisanten Papier, das das Handelsblatt aufgreift, dass die Inflation die bestimmende wirtschaftspolitische „Story“ dieses Jahrzehnts werde. 

Warum steigen die Preise für Verbraucherinnen und Verbraucher?

  • Ein ganz einfacher Grund ist die Rückkehr zum regulären Mehrwertsteuersatz Anfang des Jahres. 2020 wurde er ja zwischenzeitlich gesenkt, um die Kauflust zu steigern. Dadurch erfolgt schon mal eine Verteuerung, die zwar vorhersehbar war, sich aber dennoch bei den Ausgaben bemerkbar macht. 
  • Auch die CO2-Abgabe auf Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel , die seit Jahresbeginn 2021 gilt, führt zu höheren Preisen. Die dadurch gestiegen Energiekosten sind erst der Anfang. Der Preis für eine Tonne CO2 beträgt derzeit 25 Euro und wird bis zum Jahr 2026 schrittweise auf bis zu 55 Euro steigen. Ab 2023 wird die Abgabe auch auf Brennstoffe aus Holz und Biogas erhoben.

Ein weiterer Punkt sind Angebot und Nachfrage:

Hinzu kommt ein wichtiger weiterer Aspekt:

Um die Folgen der Corona-Krise abzufedern, haben die Notenbanken im letzten Jahr enorm viel Geld in die Märkte gepumpt. Allein in der Euro-Zone ist die Geldmenge 2020 innerhalb eines Jahres um 12 Prozent auf rund 14,5 Billionen Euro gestiegen. Die Entwicklung seit 1997 zeigt Statista auf. Bis heute ist kein Ende in Sicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt den Märkten mit ihrem Corona-Hilfsprogramm PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) weiterhin Geld zur Verfügung - derzeit sind es monatlich rund 80 Milliarden Euro, so die Tagesschau. Es ist also weltweit deutlich mehr Geld im Umlauf, was seinen Wert dementsprechend vermindert.

Ersparnisse verlieren an Wert

Helfen könnten höhere Zinsen. Doch die sind nicht in Sicht. Die EZB gab im Juni 2021 bekannt, dass der zentrale Leitzins unverändert bei 0,0 Prozent und der Einlagenzins für Banken bei minus 0,5 Prozent bleiben. Gut für Kreditnehmende, schlecht für den Geldwert. 

Für Menschen, die ihr Geld auf dem Bankkonto liegen haben, hat das dramatische Folgen. Und davon gibt es viele. Im Durchschnitt legten die Deutschen 2020 pro Kopf 4.671 Euro auf die hohe Kante. Das liegt nicht nur deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 3.121 Euro, sondern ist zugleich rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie. Die Sparquote lag bei 16,3 Prozent – jede deutsche Person spart also von 100 Euro über 16 an. Doch ohne es verzinst anzulegen, schrumpft ihr Erspartes, wie diese Grafik zeigt:

Das wird aus 10.000 EUR ohne Investment

Wer sein Vermögen behalten oder idealerweise vermehren möchte, muss es also investieren. Das funktioniert zum Glück recht gut. 2020 haben so viele Menschen an der Börse investiert wie zuletzt um in Zeiten der New Economy. Im Vergleich zu 2019 besitzen rund 2,7 Millionen mehr Menschen Aktien, Aktienfonds oder aktienbasierte ETFs. Digitale Anlageformen erleichtern den Zugang zu Finanzanlagen enorm. Auch der Bereich der nachhaltigen Investments zieht deutlich an. Die Wachstumsrate bei Investments in nachhaltige Fonds stieg bei Privatpersonen um 117 Prozent, so der Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen des FNG. 

Es bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur ein Trend ist, sondern sich zu einer Investmentkultur entwickelt, die der Wirtschaft das nötige Wachstumskapital verschafft und damit auch private Vermögen vor der Inflation schützt. Es gibt sogar Anlageprodukte, die den Kaufkraftverlust bereits einkalkulieren und damit ein gutes Beispiel dafür liefern, wie eine gelungene Kundenzentrierung auch im Finanzbereich funktioniert: Unser Partner Reconcept passt die feste Verzinsung bei seiner Anleihe RE15 EnergieZins 2025 jährlich um einen variablen Anteil in Höhe der Inflationsrate an. Nachstehende Grafik verdeutlicht den Unterschied.

Das zahlt RE15 aus

Wie sieht es bei Ihnen aus – sparen Sie noch oder investieren Sie schon?

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bhp