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Gesetzesänderungen für Internet-Dienstleistungsplattformen: Das sind Ihre Vorteile
Aus der Branche

16.12.2019
Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit

Seit der Einführung des Kleinanlegerschutzgesetzes (KASG) 2015 haben sich die rechtlichen Vorgaben für Internet-Dienstleistungsplattformen (u.a. auch Crowdfunding oder Schwarmfinanzierung genannt) laufend verändert. Jede Weiterentwicklung zielt auf einen noch besseren Schutz der Verbraucher ab. Von den neuesten Änderungen in der EU-Prospektverordnung und dem Vermögensanlagengesetz („VermAnlG“), die am 16. Juli 2019 in Kraft getreten sind, profitieren kapitalsuchende Unternehmen und AnlegerInnen gleichermaßen. Wir fassen die wichtigsten Anpassungen für Sie zusammen.

Höhere Projektfinanzierung, neue Anlageformen und erweiterte Beteiligungs-Obergrenzen: Mit der neuesten Gesetzesanpassung gibt die Bundesregierung der Crowdfundingbranche einen regelrechten Push nach vorne. Denn ab sofort gelten deutlich größere Handlungsspielräume – bei verbesserter Transparenz.

Die wichtigsten Änderungen im Kurzüberblick:

  • Je nach Ihrem frei verfügbaren Vermögen können Sie ab sofort bis zu 25.000 Euro pro Projekt anlegen. Bisher lag die Obergrenze bei 10.000 Euro. Das erlaubt Ihnen mehr Spielraum bei ihrer Anlagestrategie. Unser System zeigt Ihnen automatisch an, bis zu welcher Beteiligungsschwelle Sie anlegen können – auch, wenn Sie Ihre Anlage erhöhen. 

  • Die Obergrenze für das prospektfreie Angebot bestimmter Vermögensanlagen wird von 2,5 Millionen Euro auf 6 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Dabei werden nicht verkaufte oder vollständig getilgte Vermögensanlagen nicht einberechnet. Durch die höhere Summe können wir deutlich größere Finanzierungsrunden anbieten. Außerdem werden wir auch für Projekte attraktiv, die einen höheren Kapitalbedarf haben, den sie bislang über keine Plattform decken konnten. Wir gehen davon aus, dass sich die Projekte, in die Sie anlegen können, dadurch noch stärker diversifiziert werden. 

  • Außerdem entfällt die Prospektpflicht für Schwarmfinanzierungen auf Genussrechte. Damit haben Plattformen neben partiarischen und nachrangigen Darlehen weitere Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Anlagen. 

Zu den neuen Chancen kommen auch neue Pflichten. So wird das Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) in Zukunft um Angaben zur Emissionspolitik und des Tilgungsverhaltens des Projektanbieters ergänzt. Auch das geschieht zu Ihrem Vorteil, denn dadurch erhalten Anlegerinnen und Anleger noch mehr Transparenz. 

Christin Friedrich, Geschäftsführerin der Innovestment GmbH, ist mit diesen Anpassungen sehr zufrieden: „Ich empfinde die neuen Regelungen als klare Verbesserung für alle Beteiligten. Durch die höheren Obergrenzen eröffnet sich ein deutlich größerer Spielraum, sowohl für AnlegerInnen als auch für Projekte. Was die Ergänzung des Vermögensanlagen-Informationsblatt angeht, unterstützen wir die Entscheidung auf voller Linie. Transparenz steht für uns ohnehin an erster Stelle.“

Den vom Bundestag angenommenen Gesetzesentwurf „zur weiteren Ausführung der EU-Prospektverordnung und zur Änderung von Finanzmarktgesetzen“ können Sie hier nachlesen. 

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bhp