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„Die Erfolgreichen gehen pragmatisch und auf kurzem Wege mit den Herausforderungen um” Interview mit Andreas Guba von emonet
Aus unseren Projekten

20.08.2021
Interview Andreas Guba

E oder nicht E - das ist für Andreas Guba keine Frage. Der Projektleiter von emonet ist privat wie beruflich vom Thema E-Mobilität begeistert. Im Laufe seiner Tätigkeit hat er viel praktische Erfahrung gesammelt. Im Interview teilt er sein Wissen mit uns, wirft einen Blick ins Ausland und benennt, was er von der hiesigen Politik erwartet.

INN: Wie kamst du zur E-Mobilität?

AG: Ich beschäftige mich mit vielen Crowdfunding Projekten. Immer mehr davon haben mit Themen rund um Mobilität zu tun. Das Thema interessiert mich auch davon unabhängig seit langer Zeit. So bin ich überzeugter Car-Sharing-Nutzer und E-Auto-Fahrer, wenn mein Fahrrad nicht zum Einsatz kommt.

Mit der Markus Hörning GmbH (MH GmbH) haben wir viele Immobilien-Projekte über die Crowd teilfinanziert. So stand als Mehrwert für die eigenen Immobilien das Angebot für E-Mobilität auf der Agenda. Daraus wurde schnell ein Konzept, da die Versorgung künftiger E-Autos in Wohnquartieren in den kleineren Städten in Deutschland derzeit bei null liegt und in den Wohnquartieren ein öffentliches Ladeangebot notwendig wird. Die Ladeinfrastruktur wird im Bereich der Mietwohnungen künftig den Wert und den möglichen Mieterlös mitbestimmen.

INN: Was sind die Herausforderungen und wie geht ihr damit um?

AG: Das vorhandene Stromnetz an den Bedarf-Punkten hat häufig nicht genügend Kapazität für die Beanspruchung mehrerer ladender E-Pkws. Hier ist ein intelligentes Lastenmanagement erforderlich, welches die zur Verfügung stehende Kapazität auf die ladenden E-Autos verteilt. Das kann den Ladeprozess verlangsamen, gerade in Stoßzeiten. Um dieses Phänomen möglichst auszuschalten, installieren wir vor den Ladepunkten Pufferspeicher, die bei Leerlauf einen Vorrat laden. Bei Bedarf steht dann voller Ladestrom zur Verfügung.

Die Netze sind in den Städten verschiedenen Netzbetreibern zugeordnet. Das bedeutet: Unterschiedliche Kontaktpersonen, abweichende Prozesse. Das ist relativ zeitaufwendig.

Wir holen aus der Region Partner mit in unser Projekt, die ein Interesse an bedarfsgerechter Ladeinfrastruktur haben. Dabei sind jetzt schon Autohäuser, Wohnungsbaugesellschaften, Kommunen, Stadtwerke. Uns ist klar, dass wir das Thema nur gemeinsam in Gang setzen können.

INN: Was würdest du dir von der Politik wünschen?

AG: Dass sie die Dinge in Deutschland beschleunigt und die verschiedenen Instanzen für eine schnellere Abwicklung verknüpft. Die Weichen sind gestellt, aber der Weg ist steinig. Das Förder-Prozedere bei der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist langwierig, viele Dinge sind zu beachten. 

Die Stromnetze in den Städten und auf den Autobahnen sind an der Belastungsgrenze und müssten ausgebaut werden. Nach meiner Meinung müssen die Prioritäten bei den Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen neu sortiert werden.

Besonders dünn sind die Kapazitäten im ländlichen Raum.

INN: Was verstehst Du unter ländlichem Raum?

AG: Der bezeichnet die Gebiete außerhalb der Ballungszentren. Dazu gehören zum Beispiel auch kleine und mittlere Städte, in denen ein Großteil der Deutschen wohnt.

INN: Was sind Best Practices von anderen Ländern?

AG: In Norwegen wurde unkompliziert erstmal alles ausgereizt, was kapazitätsmäßig geht. Dort gibt es inzwischen einen Anteil von über 50 Prozent E-Mobilität, aufgrund der inzwischen gut ausgebauten Ladeinfrastruktur, massiver finanzieller Anreize beim Autokauf, bei den Nebenkosten und kostenfreier Parkmöglichkeiten überall. Das Land stößt dabei gerade an die Grenzen und schraubt die finanziellen Anreize Stück für Stück zurück. Im Schnellladebereich ist es in Norwegen noch in den Städten schwierig, der ländliche Raum ist mit öffentlichen Ladesäulen unter belegt.

Im Kern gehen die Erfolgreichen pragmatisch und auf kurzem Wege mit den Herausforderungen um.

INN: Wie schnell entwickelt sich die Technologie bei den öffentlichen Ladesäulen, sind jetzt angeschaffte bald wieder veraltet?

AG: Da ist viel Bewegung.  Grundsätzlich muss jede öffentliche Ladesäule heute so konstruiert sein, dass sie künftige Standards, die gerade EU-weit erarbeitet werden, abbilden kann. Wenn die schrankenlose Nutzung kommt, müssen zum Beispiel gängige elektronische Zahlungsmöglichkeitenan an der Ladesäule getätigt können. Insofern gibt es hardwareseitig bei den Ladesäulen im AC- und DC-Bereich Investitionssicherheit. Aufgrund der steigenden Stückzahlen sinken langsam die Preise. Und viele Hersteller verknüpfen mit der Ladesäule weitere Hardware-Komponenten wie den Zähler und den Pufferspeicher.

INN: Warum sollten Anlegerinnen und Anleger bei emonet investieren?

AG: Die Weichen zur E-Mobilität sind gestellt, aber die zur Erreichung der Ziele der Bundesregierung notwendige Ladeinfrastruktur fehlt überall. 

Wir setzen dort an, wo auch langfristig der Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur groß bleiben wird: In den Städten außerhalb der Ballungszentren, wo Menschen zu Miete wohnen und wo sie arbeiten. Auf eigenen Grundstücken. Damit sind wir dicht dran an unserer Kernkompetenz, dem Wohnungsbau und der Wohnungssanierung. 
Wir glauben, dass die vorhandene Ladeinfrastruktur künftig den Mietpreis mitbestimmen wird. Die wenigsten MieterInnen haben eigene Stellplätze mit Wallbox, sodass sie auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sein werden.

Zusätzlich werden wir uns nach der Ingangsetzung in dem Zusammenhang weitere Einnahmen erschließen. Angedacht ist eine Carsharing-Flotte für Privat und Gewerbe in Zusammenarbeit mit regionalen Autohäusern. Und wir möchten die E-Tankstellen ergänzen mit Dienstleistungen, wie ec- oder Snack-Automaten, wenn es passt.

Wir beginnen dort, wo wir uns auskennen und stark vernetzt sind, in Sachsen.

Wir sind solide aufgestellt und haben mit unserem Tagesgeschäft sehr gute Erträge. Insofern investiert jeder mit überschaubarem Risiko in einen Markt, der schon aufgrund seiner Gegebenheiten unglaublich wachsen wird.

Über Andreas Guba, CMO emonet:

CMO und Projektleiter Andreas Guba ist Gründer, Techniker und Crowdfunding-Experte. Der gelernte Kaufmann für Marketingkommunikation ist begeisterter Gestalter der Energiewende und Fan neuer Lösungen und Ansätze. Das Thema E-Mobilität treibt den E-Autofahrer schon lange Zeit um.

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