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„Es gibt bisher noch zu wenige echte Impact-Investing-Projekte”
Aus unseren Projekten

13.05.2020
Peter Jäderberg, Geschäftsführer und Gründungsgesellschafter der Jäderberg & Cie.-Gruppe

Peter Jäderberg, Geschäftsführer und Gründungsgesellschafter der Jäderberg & Cie.-Gruppe, berichtet im Interview, was ihn mit der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg verbindet. Außerdem erklärt er, warum es seiner Meinung nach zu wenige echte Impact-Investing-Projekte gibt und warum Jäderberg & Cie. mit seinem Anlageprojekt JC Sandalwood Invest 18 ein Paradebeispiel für wirkungsorientiertes Investieren geschaffen hat.

Innovestment (INN): Herr Jäderberg, nicht nur Dank Greta Thunberg ist das Thema Nachhaltigkeit in aller Munde. Ist das ein kurzlebiger Trend oder eine nachhaltige Entwicklung?

Peter Jäderberg (PJ): Es ist meines Erachtens angebracht, von einem Tipping-Point zu sprechen. Lange genug köchelt das Thema Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft, aber wirklich grundlegend verändert hatte sich nichts. Gekippt ist die mehrheitliche Bereitschaft zu handeln zeitgleich mit der Erscheinung des schwedischen Zeitgeistes. Als maßgeblicher Verursacher für Gretas Streik- und unabdingbare Kampfbereitschaft sehe ich allerdings Präsident Trump, dessen Art und Weise der Aufkündigung des Pariser Klimavertrages meine Landsmännin genügend reizte.

INN: Spüren Sie das gewachsene Umweltbewusstsein der Deutschen auch durch mehr Interesse an Ihren Produkten?

PJ: Im Moment herrscht eine enge Fokussierung auf den drohenden Klimawandel und CO2-Emissionen. Weitere akute ökologische und soziale Unwuchten kommen dabei noch zu kurz in der breiten Debatte. Doch verallgemeinernd ist eine stark gestiegene Nachfrage nach nachhaltigen Investments zu beobachten. Dem steht allerdings ein inflationär gestiegenes Angebot von selbsternannten Nachhaltigkeitsprodukten des Börsenmarktes gegenüber. Unsere kleinen unternehmerischen Beteiligungen müssen daher gegen die gewaltige Marketing- und Vertriebsmaschinerie des Kapitalmarktes um Aufmerksamkeit kämpfen. Tatsächlich sehen wir aber ein rasant gestiegenes Interesse seitens professioneller Anleger an unseren Assets, denn es gibt bisher sehr wenig echte Impact Investing-Projekte. Seit knapp zehn Jahren investieren Privatanleger konstant bei JC Sandalwood, wohl weil die Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells überzeugt.

INN: Wäre mehr staatliche Unterstützung hilfreich?

PJ: Allgemein würde es bei jeder Gesetzgebung sehr hilfreich sein, wenn sich nicht Lobbyisten gebeugt würde. Manchmal mutet es wie absurdes Theater nach einem Kafka-Roman an, wie bewusst auf faktenwidriger Basis Gesetze geschaffen werden. Grundsätzlich zu begrüßen ist die EU-Initiative, Nachhaltigkeit gesetzlich zu verankern. Ob nun die EU-Taxonomie, die Nachhaltigkeits-Inhaltsangabe-Pflicht bei Finanzprodukten oder die Änderung der Asset Allokations-Regeln für institutionelle Anleger – all dem steht das immense Greenwashing gefährdend gegenüber. Einerseits sind sich die kundigen Vorbereiter der Gesetze dessen bewusst, andererseits schlafen die Lobbyisten und die Marketingabteilungen des Kapitalmarktes nicht und sind ja bereits seit Jahren fleißig. Darüber hinaus schwingt bei jeder Gesetzgebung die Verschlimmbesserung mit, was häufig genug die Einschätzung verursacht oder als Argument missbraucht wird, der Staat sollte sich möglichst heraushalten. Konkret hilfreich wäre, wenn das Wirtschaftsministerium den Verbraucherschützern und Anlegern über das Greenwashing aufklärt und es stigmatisiert. Ein frommer Wunsch.

INN: Was verstehen Sie unter Greenwashing?

PJ: Wenn Sie eine Sportwette eingehen, werden dadurch Tore geschossen? Hoffentlich nicht. Was ist, wenn Sie die Wette verdoppeln oder jemand dagegenhält? Ändert das etwas am Ausgang des Fußballspiels? Ein vielleicht verwirrendes Beispiel. Wenn Sie einen ETF kaufen, der ein Index der Aktienkurse von nachhaltig tätigen Unternehmen synthetisch abbildet, haben Sie oder der ETF dadurch Einfluss auf diese Unternehmen? Absurde Annahme. Wenn Sie eine Aktie eines Unternehmens, welches ein HIV-Medikament herstellt, direkt an der Börse oder über einen Fonds kaufen, wohin fließt der Kaufpreis? An den Verkäufer der Aktie, aber nicht an das Unternehmen, geschweige denn in ihr Projekt. Werden dadurch mehr HIV-Patienten behandelt? Leider gar nicht. Dieses letzte Beispiel habe ich von dem klugen Team des CSP-Instituts der Uni Zürich, die akademisch nachgewiesen haben, dass man mit einer Investition über die Börse die Welt nicht nachhaltiger macht, zumindest nicht direkt. Es gibt zwar indirekte Möglichkeiten, beispielsweise durch Einflussnahme auf das Management des Börsenunternehmens oder möglicherweise bei Kapitalerhöhungen, doch dies sind empirisch betrachtet Ausnahmen. Dennoch gibt es massenhaft Fonds und Anlagestrategien des Kapitalmarktes, die sich mit den Etiketten ESG, Sustainability oder gar Impact schmücken, aber ihr suggeriertes Ziel nie und nimmer bewirken können. Bei H.C. Andersen sagte der kleine Junge verblüfft, dass der Kaiser ja gar nichts anhabe. Ein farbenfröhlicheres Wort für Etikettenschwindel ist Greenwashing.

INN: Wieso ist ein Investment in Ihren Sandelholzflächen nachhaltig – und kein Greenwashing?

PJ: Eine Grundvoraussetzung für unser Einstieg vor zehn Jahren war, dass in unserem Projekt Mischwälder aufgeforstet werden, die Grundwasser, Fauna und Flora fördern, also keine Monokultur. Damit wird die vom Aussterben bedrohte Spezies des Sandelholzbaumes nicht nur der Erde erhalten, sondern auch den Milliarden von vorwiegend asiatischen Nutzern. Das gefällt dem Weltnaturschutzbund IUCN, die die Rote Liste führt und unser Sandelholz-Projekt öffentlich gelobt hat. Auch unseren Mitstreitern wie dem ethischen Investor Church of England oder die weltführenden Forstinvestoren der Harvard-Universität hat dies so gut gefallen, dass sie ebenfalls als Nachbarn und eigenständig investiert sind. Zudem wird aus unseren Sandelholzbäumen das sehr wertvolle ätherische Öl verarbeitet, was unter anderem in Lebensmitteln, Naturkosmetik und Medizin eingesetzt wird. Dafür gelten sehr strenge Reinheitsregeln. Die Liste der Nachhaltigkeitsaspekte dieses Investments ist lang. Bei Greenwashing ist nicht die Frage, ob das Investitionsziel nachhaltig ist, sondern ob die Investition Nachhaltigkeit bewirkt oder sich lediglich damit schmückt. Polemisch könnte man behaupten, dass durch das Investment unserer Sandelholz-Anleger in der Regel keine weitere Baumpflanzung bewirkt wird. Die Bäume stehen ja schon. Doch durch neue Anleger finanzieren wir beispielsweise die jahrelange Bewirtschaftung und auch die Schaffung neuer, nachhaltiger Sandelholz-Produkte, wie hoffentlich neuartige Medikamente, sowie periodisch neue Baumpflanzungen. Da der Anleger unternehmerisch an unseren Sandelholz-Plantagen beteiligt ist, ist dieser direkt Betreiber und damit auch direkt Impact Investor. Zugegeben hier vereinfacht dargestellt, aber das Gegenteil von Greenwashing.

INN: Wie sieht es mit Rendite und Sicherheit dabei aus?

PJ: An erster Stelle steht das Risikomanagement. Damit steht oder fällt ein Naturinvestment. Unser australischer Partner betreibt dies proaktiv und vorbildlich, ausgestattet mit einem üppigen Budget, denn der Sandelholzbaum ist sehr kostbar und ist es wert, nicht an der Risikovorbeugung zu sparen. Trotz der überzeugend gestiegenen Überlebensraten der Bäume und die Lernkurve unserer Bewirtschaftungsteams der letzten zwanzig Jahre ist das keine Garantie für die Zukunft. Ein Risiko bleibt auch bei diesem Investment bestehen, trotz Versicherung. Ein weiterer Risikoaspekt für jeden Anleger ist die Korrelation in seinem Vermögensportfolio. Diesbezüglich glänzt Sandelholz, denn es weist eine ungewöhnlich hohe Unabhängigkeit von Börsen und Wirtschaft aus, und ist auch in dieser Hinsicht mit typischen Forstinvestments nicht vergleichbar. Es ist eine perfekte Beimischung. Die Rendite bewegt sich deutlich über dem Kapitalmarktdurchschnitt, wir erwarten auf unseren Plantagen ab 2028 Ernteerlöse von mehr als einer Milliarde Euro und eine zweistellige Rendite. Durch den weltweiten und vielfältigen Bedarf an hochwertigem Sandelholz ist der Absatz des Naturprodukts zu guten Preisen hochwahrscheinlich. Aber natürlich gibt es keine absolute Sicherheit. Aber hier im Verhältnis zum Risiko eine sehr gute Rendite. Wenn wir das Ernteerlösziel um 60 Prozent verfehlen, erhält der Anleger immer noch sein investiertes Kapital zurück.

INN: Herr Jäderberg, vielen Dank für das Gespräch!

Zur Person:

Peter Jäderberg wurde in Västerås, Schweden geboren. Seit 1970 lebt und arbeitet er in Hamburg. Er studierte Rechtswissenschaften, BWL und VWL. Anschließend war er mehrere Jahre geschäftsführender Gründungsgesellschafter der APS Advanced Portfolio Selection GmbH, das sich auf internationalen, institutionellen Wertpapierhandel sowie die Entwicklung und Vermarktung von quantitativen Analysetools spezialisierte.

Seit 2010 ist Peter Jäderberg geschäftsführender Gründungsgesellschafter der Jäderberg&Cie.-Gruppe, zu der mittlerweile 40 Gesellschaften in Deutschland und Australien zählen. Jäderberg&Cie. ist Betreiber von Plantagen (Anbau von Sandelholz) sowie verfolgt die Veredlung und Vermarktung des Rohstoffes. Heute gehören der Unternehmensgruppe 5 Plantagen (700 Hektar, 350.000 Sandelholz-Bäumen, in zwei australischen Bundesländern), womit es zu den fünf größten Sandelholz-Unternehmen weltweit zählt.

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bhp