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Mobilitätswende – Wie emonets E-Ladeinfrastruktur ein eigenes Ökosystem kreiert
Schwerpunktthema

16.11.2021
Electric car charging station (shutterstock/Creativian)

Die Uhr tickt. Ab 2035 sollen in der EU laut Plänen der EU-Kommission keine Verbrennermotoren mehr neu zugelassen werden; danach erhalten nur noch emissionsfreie Neuwagen die Zulassung. Schon vor der Bekanntgabe zeichnete sich jedoch unverkennbar ein Trend zum E-Auto ab. Inzwischen bevölkern neben 47 Millionen Verbrennern eine Million Stromer Deutschlands Straßen, davon rund 50 Prozent rein elektrisch betriebene Fahrzeuge, so gab das Bundesverkehrsministerium jüngst bekannt

Quo vadis, E-Auto?

Doch wie weit ist Deutschland wirklich bei der E-Mobilität und wie schlägt sich das Land, das wie kein anderes für (mit fossilen Energieträgern betriebene) Autos steht, im Vergleich? Nun, es ist Luft nach oben. Die meisten E-Autos rollen in China über die Straßen, knapp 40 Prozent aller E-Autos weltweit, wie das „E-Mobility Ranking” der Leitmesse IAA Mobility ergab. 2020 wurden demnach im Reich der Mitte 1.246.289 Autos zugelassen, 2016 waren es noch 338.359. Auf dem zweiten Platz folgt Deutschland mit 394.943 Neuzulassungen im Jahr 2020. Pro Kopf allerdings sieht die Sache anders aus, da ist die fortschrittlichste Nation der Welt ein Land, dessen Wohlstand sich erheblicher dem Erdöl verdankt: Norwegen. 13,5 Prozent sämtlicher Privatautos werden hier schon elektrisch angetrieben. Erstaunlich: „Norwegen belegt 2020 mit einem Anteil von 74,8 Prozent elektrisch betriebener Fahrzeuge an allen Neuzulassungen Platz 1 in der weltweiten Statistik, gefolgt von Island (44,6 %) und Schweden (32,1 %). Im Vergleich zu 2019 sind in diesen drei Ländern die Anteile der abgesetzten E-Fahrzeuge um jeweils mehr als 18 Prozentpunkte gestiegen (Norwegen +18,8; Island +25,8; Schweden +20,8 Prozentpunkte).”

Europa kommt insgesamt gut weg und holt auf, denn werden die E-Autos pro 1.000 Einwohner gezählt, steht Europa auf Platz 1. Hier sind es statistisch 6,1 elektrifizierte Fahrzeuge, der weltweite Durchschnittswert liegt bei 1,4. Internationale Spitzenreiter sind Norwegen (81,0), Island (36,8) und Schweden (20,6), die deutlich über diesem Wert liegen.” Deutschland sichert sich mit 8,5 E-Autos pro 1.000 Einwohner den vierten Platz weltweit. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gibt schon mal die Marschroute für das nächste Jahrzehnt vor: „Um die Klimavorgaben bis 2030 zu erreichen, müssen wir allerdings noch ambitionierter werden: 14 Millionen E-Fahrzeuge bis 2030 muss laut Experten das neue Ziel lauten. Das schaffen wir nur, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Daher unterstützen wir vor allem den Ausbau der Ladeinfrastruktur – im öffentlichen wie auch im privaten Bereich,...” 

2020: Der Point of no Return

Global wie national war 2020 der Point of no Return für die Stromer. Während der globale Autoabsatz 2020 pandemiebedingt um 14 Prozent einbrach, stieg der Verkauf reiner Elektroautos und von Plug-in-Hybriden um 39 Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeuge. Schon 2030, prognostiziert die UBS, werden 46 Millionen verkauft – was dann einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent entspräche”, schrieb der SPIEGEL im Mai. Und laut Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes stieg die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 263 Prozent. Dazu das Bundesverkehrsministerium: Das zweite Halbjahr 2020 war geprägt von neuen Rekorden bei den monatlichen Neuzulassungen und allein in den ersten sieben Monaten 2021 wurden mit mehr als 350.000 Elektro-Pkw etwa so viele E-Fahrzeuge neu zugelassen wie im gesamten Jahr 2020. Insgesamt fahren heute auf deutschen Straßen etwa 60 Prozent mehr Elektrofahrzeuge als noch Ende 2020.” 

Da selbst die ergiebigsten Batterien die E-Cars nur wenige hundert Kilometer voranbringen, muss das Netz an E-Säulen entsprechend engmaschig sein, damit die Mobilitätswende gelingen kann. Die Maßgabe lautete, dass 100.000 E-Ladesäulen 2020 in Deutschland verfügbar sein sollten. Der Bundesnetzagentur sind insgesamt 39.424 Normalladepunkte und 6.750 Schnellladepunkte gemeldet worden, die am 1. August 2021 in Betrieb waren, das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur listet sie alle auf. Dennoch kommt die E-Infrastruktur langsam auch in der Fläche und jenseits der Metropolen an. Derzeit gibt es republikweit 48,24 Ladepunkte je 100.000 Einwohner, ermittelte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ebenfalls im Juli.  

Das Thema beschäftigte Innovestment von Beginn an, hatten wir doch ab 2013 mit Plugsurfing ein Unternehmen im Portfolio, dessen App Nutzern das Finden und Tanken an E-Säulen erlaubte und dem Investor:innen 2018 einen Exit bescherte. Und viele junge Unternehmen arbeiten inzwischen an interessanten Konzepten, wie der Journalist Don Dahlmann, der das Thema Mobility seit Jahren begleitet, jüngst bei Gründerszene beschrieb.

Parkplatz mit einem weißem E-Auto Symbol

Von Immobilien und Mobilien – was emonet anders macht

Einen im weitesten Sinne ganzheitlichen und innovativen Ansatz verfolgt hingegen das sächsische Unternehmen emonet, das sich derzeit auf Innovestment präsentiert. emonet möchte nicht nur dort das E-Zapfsäulen anbieten, wo Menschen wohnen oder arbeiten. Das Unternehmen geht noch einen Schritt weiter und hat um das Thema E-Laden ein ganzes Konzept entwickelt. Es werden künftig Ladeparks errichtet, die neben dem üblichen Roaming-Laden auch das freie Ad-hoc Laden ermöglichen werden, ohne App und die lästige Eingabe von Daten. Einfach laden und mit jeder Karte zahlen. Die emonet-Card bringt zusätzlich die Partner der jeweiligen Region zusammen. Partner können den NutzerInnen der emonet-Card mit Gutschriften und Aktionen Vorteile weitergeben. Im Grunde genommen erschafft das Unternehmen dadurch ein eigenes kleines Ökosystem und viele Win-Win-Situationen: 

emonet (kurz für „e-mobility net”) hat zu diesem Zweck schon vier Standorte direkt von sächsischen Kommunen erworben, auf denen Parkplätze und 40 E-Ladepunkte errichtet werden. Die ersten Ladepunkte funktionieren bereits seit kurzem vor einem Wohnblock in Lengenfeld. Andreas Guba, der Projektleiter von emonet:

 

emonet Andreas Guba Portrait

„Unser Versprechen: Wir sind dort, wo wir gebraucht werden. Einfach, bequem und sicher. Deshalb errichten wir unsere Ladeparks in Gebieten mit dem höchsten Bedarf: in Miet-Wohngebieten, Gewerbegebieten und zentralen Lagen mit einem hohen Anteil an Büroflächen.”

emonet will (auch jenseits von Sachsen) seinen Teil dazu beitragen, dass 2040 mindestens zwei Millionen Ladepunkte für die prognostizierten 17 Millionen E-Autos hierzulande bereitstehen. 

Dass die Mobilitätswende nicht nur ökologisch mehr als geboten ist, sondern auch ein gutes Geschäft sein kann, liegt auf der Hand. E-Mobility ist spätestens seit dem kometenhaften Aufstieg von Tesla ein Thema, das die Börsen beschäftigt. Der Aktienkurs des erst 2003 gegründeten Unternehmens aus Palo Alto, Kalifornien erklomm in den letzten Jahren atemberaubende Höhen und das Unternehmen ist – gerechtfertigt oder nicht – mit derzeit 705 Milliarden US-Dollar 

„Die Erfolgreichen gehen pragmatisch und auf kurzem Wege mit den Herausforderungen um"

 

Woran liegt es, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos so langsam verläuft? Andreas Guba über die Herausforderungen von Politik und Netzbetreibern im Interview.

nahezu so viel wert wie die DAX-Schwergewichte SAP, Linde, Volkswagen, Siemens und Deutsche Telekom zusammen (Stand 06.08.21: 600 Milliarden Euro bzw. 710 Milliarden US-Dollar). 

Die Anlegerinnen und Anleger wissen, dass die Regierungen  weltweit Benzinern und Diesel-schluckenden Autos über kurz oder lang den Garaus machen werden. Aber warum nur in E-Autoherstellende investieren, wenn man auch in das Netz investieren kann, das dann sämtlichen Herstellenden zur Verfügung stehen wird?

Veröffentlicht am 20.08.2021, aktualisiertet am 16.11.2021

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