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Nachhaltige Finanzanlagen: Welche Rolle Crowdfunding beim „European Green Deal" spielen kann
Aus der Branche

23.07.2020
CN-Crowdcamp-Panel: Warum ist Nachhaltigkeit wichtig für den alternativen F

An nachhaltigen Finanzanlagen führt derzeit kein Weg vorbei - zum Glück. Denn sie ebnen den Weg in ein saubere und kreislauforientierte Wirtschaft, die erklärtes Ziel des „European Green Deal” ist. Dass digitale Finanzierungsformen wie Crowdfunding dazu beitragen können, rückt immer mehr in den Fokus der Finanzwelt. Denn sie bieten Finanzierungslösungen für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) in ganz Europa und ermöglichen es auch privaten Investorinnen und Investoren, ihr Kapital unternehmerisch für nachhaltige Innovationen einzusetzen. 

So stand das 5. CrowdCamp des European Crowdfunding Network (ECN), das vom 10. bis 12. Juni 2020 in Kooperation mit der Beratungsgesellschaft Deloitte stattfand auch unter dem Motto “Sustainable Finance”. Ungeplant nachhaltig war dann auch die Durchführung: Statt als Präsenzmeeting in Prag wurde die Veranstaltung Corona-bedingt kurzerhand in ein Online-Format umgewandelt. 

Im Fokus standen die folgenden Themen:

  • Opportunities: A European Vision on Sustainable Finance and the European Green Deal
  • The Challenge: Making Crowdfunding Sustainable
  • The Investor’s Perspective: Sustainability, Transparency and Investor Protection

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Institutionen wie der EU-Kommission, EU-Parlament oder Europäischen Investmentfonds (EIF) sowie Plattformbetreibende und NachhaltigkeitsspezialistInnen, waren sich einig: Nachhaltige Investments sind nicht die Zukunft, sondern Gegenwart. Und das mit Erfolg, wie beispielsweise Martin Špolz als einer der Vertreter der Europäischen Kommission in seiner Keynote zum Ausdruck brachte: „Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass Investitionen, die Nachhaltigkeitsaspekte verfolgten, während der Krise viel besser abgeschnitten haben als andere Investitionen.“ Über Crowdfunding-Plattformen können davon insbesondere auch private Anlegerinnen und Anleger profitieren, denn hier liegen die Einstiegsbeträge meistens niedriger als bei herkömmlichen (ESG-)Investments, die sich in der Regel an eine professionelle Anlegerschaft richten. 

Auch in der Krise zeigen Plattformen Schlagkraft

Im Umkehrschluss betont das auch wiederum die Wichtigkeit von Plattformen für Unternehmen, die den Zugang zu nachhaltigen Anlageformen gewähren. Das wiederum sichert Unternehmen eine weitere Möglichkeit, ihre nachhaltigen Tätigkeiten auch zu finanzieren. Auch das hat sich während der Corona-Pandemie gezeigt. Insbesondere Reward-based Crowdfunding-Plattformen konnten bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen unkomplizierte Abhilfe schaffen. 

“Als Innovestment sind wir sehr froh, diese Zukunft gemeinsam mit unseren Partnern mitgestalten zu können”, sagt Christin Friedrich, ECN-Vorstandsvorsitzende und als Geschäftsführerin von Innovestment Vertreterin der deutschen Plattformen. “Wir sehen, dass Crowdfunding-Plattformen essentiell sind für die Zielsetzung, mehr Privatkapital für nachhaltige Ziele bereitzustellen. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass schätzungsweise 390 Milliarden Euro an Investitionen nötig sind, um die ESG-Ziele der EU-Kommission zu erreichen.”

Allein auf deutschen Spar- und Tagesgeldkonten liegen laut verschiedenen Studien etwa 1.500 Milliarden Euro. “Das zeigt, dass das Potential für die erfolgreiche Umsetzung der ESG-Ziele vorhanden ist“, so Friedrich. „Crowdfunding ist ein wichtiger Baustein, um dieses Potential zu hebeln, vor allem, da Crowdfunding und nachhaltige Geldanlagen eine tolle Symbiose bilden, denn Privatpersonen können so direkt zur Erreichung der ESG-Ziele beitragen.” 

Den ausführlichen Veranstaltungsbericht können Sie in unserem Gastbeitrag auf crowdfunding.de nachlesen.

Alle Speakers und Panelists in alphabetischer Reihenfolge:
  • Zsolt Balogh, Director Project Finance and Sales, solar-konzept International GmbH, Düsseldorf
  • Coenraad de Vries, Co-founder OnePlanetCrowd, Amsterdam
  • Daniel Farchy, Equity Investment Officer /Infrastructure Funds and Climate Action division  European Investment Bank (EIB), Luxemburg
  • Luís Fonseca, Partner Mustard Seed Maze, Lissabon
  • Christin Friedrich, Geschäftsführerin Innovestment GmbH, Berlin, und Vorsitzende des ECN, Brüssel
  • Oliver Gajda, Executive Director ECN, Brüssel 
  • Arnaud Gillin, Partner Innpact , Luxemburg
  • Ron Given, CE Senior Legal Counsel von Deloitte, Prag
  • Jan Willem Grandia, CFO OnePlanetCrowd, Amsterdam
  • Nuno Brito Jorge, CEO GoParity, Barcelona
  • Ondřej Kovařík, Mitglied des Europäischen Parlamentes, unter anderem im „Committee on Economic and Monetary Affairs”, Brüssel
  • Heather Langsner, Consultant Flatworld Partners
  • Filipe Portela, Managing Partner COREangel, Lissabon
  • Perrine Pouget, European Investment Fund (EIF), Luxemburg
  • Ira Saul Rubenstein, Partner Traficon Advisors, Prag 
  • Rafał Rudzk Partner Associate Deloitte Sustainability Consulting Central Europe, Warschau
  • Eva Sadoun, CEO und Co-founder Lita.co, Paris
  • Elena Ethel „Elly“ Schlein, Vize-Präsidentin der norditalienischen Region Emilia Romagna
  • Olivier Schulbaum, Co-founder Goteo, Barcelona
  • Martin Špolz, Leiter der Abteilung für nachhaltige Finanzen in der Generaldirektion Finanzdienstleistungen der Europäischen Kommission, Brüssel
  • Pasi Vänttinen, Fund Manager GreenMorrow, Helsinki
bhp